Friede finden
Separatfrieden im Hamakom © Marcel Köhler
Regisseurin Ingrid Lang bringt eines von Tom Stoppards frühesten Dramen auf die Bühne: Stoppards Separatfrieden (A Separate Peace) ist ab 8. April im Theater Nestroyhof Hamakom zum ersten Mal in Österreich zu sehen. Gerahmt wird die Inszenierung von der Podiumsdiskussion “Ausweg Hoffnung” am 10. April sowie der literarischen Matinée “Stoppard über Stoppard” am 4. Mai.
In Stoppards Stück taucht halb drei Uhr morgens John Brown am Empfang der Beechwood Privatklinik auf und verlangt nach einem Zimmer. Ein Notfall, sagt er. Zwar fehlt ihm nichts, denn gesundheitlich ist John Brown in bestem Zustand, doch braucht er dringend einen Ort, an dem er bleiben kann, sagt er.
Gepflegte Abläufe
Einen Ort der geregelten Abläufe und der stillen Routine, an dem „die Zeit vergeht und zu nichts führt", denn John hat beschlossen, sich in Pflege zu begeben und nicht mehr mitzumachen.
Das Krankenhauspersonal ist irritiert und sucht nach einer plausiblen Erklärung der Beweggründe dieses seltsamen Patienten. Ist er ein Simulant? Ein exzentrischer Millionär? Ein Krimineller auf der Flucht? Ein Psychopath? Oder gar ein Terrorist?
Regisseurin und Direktorin des Theater Nestroyhof Hamakom Ingrid Lang © Marcel Köhler
Tom Stoppards Text Separatfrieden (A separate peace) hat auch knapp 60 Jahre nach dessen Erstausstrahlung in der BBC 1966 nichts an Relevanz verloren.
Sehnsucht nach Ruhe
In einer Welt am Rande des Burnout trifft der vielfach ausgezeichnete britische Dramatiker mit jüdischen Wurzeln den Nerv einer Gesellschaft inmitten sich zuspitzender Krisen und häufender Katastrophen, die sich im täglichen Kampf um Sicherheit, Stabilität und Selbstoptimierung nach nichts weniger als etwas Ruhe sehnt.
Tom Stoppard, 1937 in Tschechien geboren und in England aufgewachsen, zählt seit über einem halben Jahrhundert zu den international einflussreichsten und vielseitigsten Dramatikern.
Tom Stoppard © Amie Stamp