Spurensuche

 © Fernanda González

Die in Mexiko lebende Schauspielerin und Regisseurin Verónica Langer begibt sich mit ihrem Stück "Detrás de mí la noche" (Hinter mir die Nacht) auf Spurensuche ihrer Familie in Wien. Langers Solo feiert am 5. und 6. Februar Europa-Premiere im Theater Nestroyhof Hamakom.

"Detrás de mí la noche" handelt von einer Frau, die sich entschließt, die „Leerstelle Europa“ in ihrer Familiengeschichte zu beleuchten. Sie ist die Tochter von Wiener Einwanderern, die in den späten 1930er Jahren vor den Nationalsozialisten nach Argentinien, später weiter nach Mexiko flüchten mussten.

In einem autofiktionalen Monolog erzählt die vielfach ausgezeichnete Film- und Fernsehschauspielerin Verónica Langer von ihrer schwindelerregenden Reise nach Wien. Auf ihrem Weg trifft sie den einzigen Überlebenden dieser Geschichte und bringt damit Licht in die Nacht der Vergangenheit.

Tochter einer Kämpferin
Verónica Langer Glas ist die Tochter von Marie Langer, einer jüdischen Psychoanalytikerin, 1910 in Wien geboren, die sich zeitlebens für soziale und politische Anliegen einsetzte.

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1933 wurde sie Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ), die sechs Wochen später verboten wurde.

Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Max Langer engagierte sie sich im Spanischen Bürgerkrieg und emigrierte mit ihm nach Uruguay, 1942 weiter nach Argentinien, wo sie als Psychoanalytikerin praktizierte.

Sie war ursächlich an der Gründung der argentinischen Asociación Psicoanalitíca Argentina beteiligt, geriet aber auf Grund ihres Engagements für eine linke Psychoanalyse in Konflikt mit der Organisation und der argentinischen Regierung.

1974 musste sie Argentinien verlassen, da ihr Name auf den Todeslisten der Alianza Anticomunista Argentina firmierte.

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Sie ging nach Mexiko, später nach Nicaragua und starb 1987 in Buenos Aires.

Mehrfach ausgezeichnet
Verónica Langer ist Argentinien geboren und studierte Schauspiel an der Escuela Nacional de Arte Teatral y Letras Hispánicas der UNAM in Mexico City.

Als Film- und Fernsehschauspielerin in mehr als achtzig Produktionen hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter sechs Nominierungen für den Ariel, den höchsten mexikanischen Filmpreis, von denen sie zwei gewann.

Als Theaterautorin hat sie „Visitas inesperadas“ über das Leben von Remedios Varo und „Ojos abiertos ojos cerrados“ veröffentlicht. Im Jahr 2023 erschien ihr erster Roman „Las Larvas“ bei Hachette Livre